Donnerstag, 16. März 2017

Wenn ich mir was wuenschen duerfte

Hier in Amerika wird immer noch viel mit Scheck bezahlt. Und so zuecke ich auch diesmal wieder mein Scheckbuch, als Soehnchen mit den diesjaehrigen Schulfotos nach Hause kommt, um Abzuege zu bestellen (diesmal laechelt er auch mal richtig und nicht so verkniffen, dank eines froehlichen Gedankens an Spongebob).

Soehnchen schaut mir zu, wie ich den Scheck ausstelle und fragt ploetzlich:

"Mama, kannst Du mir zum Geburtstag ein Scheckbuch schenken?"

Eigentlich geniale Logik. Aber ich glaube doch, ich muss mal eine Lehrstunde zum Thema Finanzen, Kreditkarten, Schecks, Bankkonten und warum-das-Geld-nicht-magisch-vom-Himmel-faellt halten...

Namensgebung

Nach einem langen Tag komme ich muede und erledigt nach Hause, nur um feststellen zu muessen, dass die Katze sich auf dem Teppich uebergeben hat.

"Bloede Kotz-Katze" maule ich Mr Whiskers an, waehrend ich den roten Wollteppich bearbeite.

Soehnchen nickt und sagt: "Wir sollten sie umbenennen. In Barfield."

Reinlichkeit

Ich versuche, meine Tochter dazu zu bewegen, ein Bad oder eine Dusche zu nehmen.

"Muss ich?" noelt sie.

"Deine Haare sehen aus wie ein Vogelnest, so ja, ich denke, es waere mal noetig."

Wie auf Bestellung eilt das Soehnchen zu Hilfe, umarmt seine Schwester und verkuendet troestend: "I like your smell!"

Gute Frage

Soehnchen ist ein guter Beobachter. Neulich fragte er mich: "Mama, warum machen Katzen und Hunde Yoga, aber Vögel nicht?"

Ich : "Yoga???"

Soehnchen: "Naja, so recken und strecken eben."

Unterwaesche

Mein elfjaehriges Toechterchen ist klein und zart fuer ihr Alter. Jede ihrer Klassenkameradinnen scheint wenigstens einen Kopf groesser zu sein. Aber auch wenn sie noch auf ihren allgemeinen Wachstumssprint warten muss, so moechte sie doch mit ihren Altersgenossinnen mithalten und bittet mich daher, ihr einen Bra zu kaufen.

Ehe ich antworten kann (um ehrlich zu sein, muss ich diesen neuen Meilenstein kurz verdauen), mischt sich ihr Bruder ein mit dem Vorschlag: "Leih Dir doch einfach einen von Mama!"


Umzug auf Amerikanisch

Da faehrt ein Haus!


Freitag, 6. Mai 2016

Mothia

Soehnchen hat eine wunderhuebsche, grosse Raupe gefunden, sie ist dunkelblau mit gruenen Streifen und krabbelt auf vielen kleinen Beinchen. Er baut ihr ein schoenes Zuhause in einem grossen Gurkenglas, mit vielen Blaettern und verziert es oben mit allen Blueten, die unser Garten so zu bieten hat.

Und das Wunder geschieht - nach drei Tagen im Glas verpuppt sich die Raupe und liegt still in ihrem Kokon da.

Eine Woche vergeht. Zehn Tage. Alle Familienmitglieder - ausser Soehnchen - haben die Sache aufgegeben und die Raupe fuer tot erklaert.

Aber siehe da, abends flattert eine Motte im Glas herum! Juhu! Die Natur hat gesiegt! Allgemeines Entzuecken und natuerlich ist Soehnchen, den wir gleich zum Mottenpapa erklaeren, uebergluecklich.

Einen ganzen Tag kann er seine Motte, die er "Mothia" getauft hat, allen vorzeigen, in der Schule, in der Nachmittagsbetreuung usw. Am Abend erklaere ich ihm, dass wir Mothia freilassen muessen, weil sie im Glas nicht ueberleben kann. Er sieht das auch alles ein und wir schuetteln Mothia in unserem Garten vorsichtig aus dem Glas.


Soehnchen bleibt noch ein bisschen bei ihr sitzen und ich wende mich ab, um ins Haus zu gehen. Da hoere ich, wie er bitterlich, herzzerreissend schluchzt. Das schlimmste ahnend - hat Mothia vielleicht einen Herzinfarkt ob der ploetzlichen Freiheit erlitten? Oder ist ein Vogel heruntergestossen und hat sie gefressen? - eile ich zurueck. Aber nein, Mothia sitzt weiterhin ganz gluecklich auf dem Stein und trocknet ihre Fluegel.

Soehnchen schluchzt.

"Was hast Du denn, mein Kleiner?"

"Ich.... haette .... nie .... gedacht....", stoesst er unter heissen Traenen hervor, "dass es so schwer sein wuerde, ein Haustier loszulassen!"

"Aber Spatzl, Mothia braucht doch ihre Freiheit. Jetzt kann sie einen Mottenmann finden und niedliche kleine Mottenkinder kriegen. Und dann bist Du ein Mottenopa!"

Ein lauter Schluchzer. Und es bricht aus ihm heraus: "Ich... werde... meine... Enkel... niemals... kennenlernen!"